Jazz und Literatur: Drei Sommer in Tirol
Voller Elan machte sich Ludwig Steub 1842 auf und wanderte von Vorarlberg nach Tirol. Die Route führte die Reisegruppe durch das Lechtal und den Bregenzerwald, bis Bregenz, vom Oberinntal zum Ötztal, über Meran nach Bozen und schließlich durchs Zillertal bis nach Brunecken. Steub reiste im Auftrag einer Buchhandlung aus Karlsruhe, die beabsichtigte ein Werk unter dem Titel “Deutschland im neunzehnten Jahrhundert“ herauszugeben. Als Forscher wurden Steub und andere ausgesandt, die ihnen zugeteilten Landschaften „hinsichtlich des Lebens und der Sitten der Bewohner wie der Stufe worauf Wissenschaft, Kunst und Gewerbe daselbst stehen, in Form einer Reisebeschreibung oder in einer andern ihnen besonders zusagenden Darstellungsweise gründlich, ansprechend und in deutschem Sinne schildern sollten.”
Das Buchprojekt wurde jedoch aufgegeben. Steub publizierte schließlich in einer Zeitung, sodass im Jahre 1846 ein über 600 Seiten starkes Werk zusammengetragen war. Kuriose Begegnungen mit Einheimischen, Wissenswertes über Geografie und kulturelle Besonderheiten und herrliche Landschaftsbeschreibungen. Letztere übernahm Wilhelmine von Hillern bei ihrer Niederschrift der „Geierwally“ zum Teil wörtlich in ihr Manuskript. Eine gute Gelegenheit anlässlich der Premiere der „Geierwally“ im Kleinen Haus Steubs Reisebericht in der Sonntagsmatinee zu genießen.
Besetzung
- Jens Hunecke - Gesang
- Dirk Rutenbeck - Klavier
- Michael Mayer - Bass